Die Schweizer Geschichte der Informationstechnologie ist in vielerlei Hinsicht ein Kapitel verpasster Chancen. Das Buch von Gregor Henger beleuchtet diese Entwicklung, stellt Schweizer Errungenschaften vor und zeigt auf, wo Pionierleistungen und daraus resultierende Potentiale nicht oder nur ungenügend genutzt wurden. Beispiele sind etwa, Urs Bürgi, der im Jahre 1588 die ersten Logarithmentafel berechnete – doch seine Erfindung nicht publizierte. Oder Niklaus Wirth, ehemaliger Professor der ETH Zürich: Er entwickelte 1970 die Programmiersprache Pascal. Doch erst einem anderen gelang es, diese Pionierleistung erfolgreich zu kommerzialisieren.

Aus Fehlern lernen
Zur Zukunft der Schweizer Informationstechnologie meint der Autor hingegen: „Unser Land hat aus diesen Fehlleistungen gelernt. Die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfindungen in wirtschaftliche Erfolge hat sich verbessert“. Dass in der Schweiz hohes Potential vorhanden ist, belegt auch der Trend, dass Unternehmen wie Google, Microsoft und SAP zunehmend Entwicklungslabors in der Schweiz eröffnen.

Das Jahr der Informatik
„2008 ist das Schweizer Jahr der Informatik und sollte insbesondere auch dazu genutzt werden, den Beruf attraktiver zu positionieren. Potential ist vorhanden und für Unternehmen wird es immer schwieriger, Talente zu finden“, sagt Thomas D. Meyer, Country Managing Director von Accenture und fährt fort, „gefragt sind Talente, Erfinder und Entwickler – wie Urs Bürgi oder Niklaus Wirth.“